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Und sie sind doch Brüder im Geiste

Mein Kollege Johannes C. Bockenheimer meint, mich dabei ertappt zu haben [1], etwas Falsches geschrieben zu haben. Doch meiner Ansicht nach vergleicht er Äpfel mit Birnen und zielt am Eigentlichen vorbei.

In meinem Beitrag schrieb ich [2], dass Netanyahu und Orbán Brüder im Geiste sind. Dass sie die gleichen Vorstellungen einer „illiberalen Demokratie“ haben und diese auch – mit unterschiedlichem Erfolg und Fortschritt – umzusetzen versuchen. Dazu werde ich demnächst gerne ein längeres Essay schreiben und zeigen, dass all die Signale, die die beiden Harvard-Professoren Levitsky und Ziblatt in ihrem Grundlagenwerk „How Democracies Die“ anführen, in Ungarn und Israel gegeben sind.

Und ich schrieb, dass Netanyahu aus den im Beitrag genannten Gründen (Sein Kampf gegen die EU), über den Antisemitismus eines Orbán und anderer hinwegsieht.

Kollege Bockenheimer meint nun, mich eines grundlegenden Fehlers überführen zu können, und führt Beweise dafür an. Doch die sind aus mehreren Gründen falsch. Wie gesagt: Die „Brüder im Geiste“, wie ich Netanyahu und Orbán aufgrund ihrer gemeinsamen politischen Ideologie nenne, sind bei den Beispielen von Bockenheimer nicht gegeben.

Insofern hat Johannes C. Bockenheimer hier einiges vermischt: „Brüder im Geiste“, Ideologien, Realpolitik und Antisemitismus. Das macht aber seine These deswegen nicht richtiger.

Lesen Sie auch: Netanjahu und Orbán – von Äpfeln und Birnen [3]. Von Daniel Killy.