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Immigranten: Bereicherung oder Belastung?

Sind Immigranten krimineller als die angestammte Bevölkerung? Leisten Immigranten mehr oder weniger als die angestammte Bevölkerung für den langfristigen Erfolg des Landes? Unser Autor hat sich die Zahlen für Amerika angeschaut.

Über jene dürre Erklärung, mit der ein paar Unterschriftsteller, die sich früher für links hielten und heute die Konservativen spielen [1], für die Schließung der deutschen Grenzen plädieren, habe ich nichts zu sagen. Deutschland geht mich seit ca. elf Jahren nichts mehr an. Ich möchte aber doch ein paar Punkte zur Einwanderungsfrage anmerken, so weit sie mein neues Vaterland, die Vereinigten Staaten von Amerika, betrifft. Denn hier gibt es Zahlen. Und die Zahlen sprechen für sich.

Sich als Christen bezeichnen, aber nicht mehr zur Kirche gehen

Es sind die Nachfahren der Iren und Schotten im Mittleren Westen, die ihren Babys Coca Cola in Milchflaschen füllen und sich dann wundern, wenn deren erste Zähne verrotten; Leute, die eine Macho-Kultur der Gewalt pflegen, keine festgefügten Familienstrukturen mehr haben, sich als Christen bezeichnen, aber nicht mehr zur Kirche gehen, häufig von Sozialhilfe leben, häufig „Medicare“ beziehen, häufig vom „Affordable Care Act“ abhängig sind (den sie hassen, weil er volkstümlich so genannt wie ein schwarzer Mann: „Obamacare“) und in vielen Fällen von Opiaten abhängig sind. In Staatsbürgerkunde würden die meisten dieser Leute naturgemäß durchfallen. Wie (leider) viel zu viele alteingesessene Amerikaner haben sie keine Ahnung, was unter Gewaltenteilung zu verstehen ist und dass das First Amendment selbstverständlich auch Muslimen die Religionsfreiheit garantiert; und sie wollen nicht wissen, dass die Frage, ob die USA ein Ethnostaat sind, im Wesentlichen in der Schlacht von Gettysburg entschieden wurde. Diese Männer und Frauen im Mittleren Westen haben überwiegend Trump gewählt und verehren ihn noch heute wie einen Messias. Und Geschichten wie die von der zehnjährigen Rosemaria Hernandez – einem spastisch gelähmten mexikanischen Mädchen, das von unseren Einwanderungsbehörden noch im Krankenhaus in Texas gekascht und in ein Gefangenenlager für Kinder verbracht wurde [2] – interessieren solche Leute naturgemäß nicht die Bohne.

Warum sollte es sie auch interessieren? Nach ihrer Meinung würde alles gut, sobald die Mauer an der Grenze zu Mexiko steht und keine Fremden mehr ins Land dürfen.