Von Nafris, Pekos und Hilopes

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Die Vorwürfe des „Racial Profiling“ in Köln sind absurd. Eine Beschreibung eines Verdächtigen oder Straffälligen ist nun mal unerlässlich.

Der Täter hatte rote Haare. So sagen es die Zeugen einmütig. Also wird nach einem Rothaarigen gefahndet. Das mag ja gewiss unschön für alle anderen unschuldigen Rothaarigen sein – aber hätte sich jemals schon ein Mensch an einer halbwegs präzisierenden Täterbeschreibung gestört? Nein, bis heute nicht, bis Simone Peter auch mal was im neuen Jahr sagen wollte. Es ist ja schließlich schon der 2.

Die „Nafris“ also sind ein rassistischer Begriff. Und es ist „racial profiling“, 1000 Nordafrikaner zu kontrollieren. Dass diese Herren in Gruppen und meist höchst aggressiver Grundhaltung, so die Polizei, einfach mal so zufälligerweise nach Köln fahren wollten, um ein wenig zu flanieren – davon war nach den Erfahrungen des Jahres 2015 nicht auszugehen. Und nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte sich wieder eine Horde von Maghrébins, so werden Menschen aus Nordafrika, also aus einer Herkunftsregion mit mehreren Ländern, zusammenfassend in Frankreich genannt, in sexuellen Nötigungen und Schlimmerem ausgetobt. Dann wäre die Polizisten mit Vorwürfen überhäuft worden. Werden sie jetzt auch. Weil sie die Tatverdächtigen dieses Jahreswechsels und deren Verhalten den Tätern und deren Verhalten des vorigen Jahreswechsels zugeordnet haben. Weil sie also alles richtig gemacht haben.

Ach nein, haben sie ja nicht. Sie haben die Maghrébins „Nafris“ genannt, eine polizeiinterne Abkürzung für „nordafrikanische Intensivtäter“. Weil das andere für Funk und Twitter ja ein wenig lang ist. Und weil die Personenkontrolle auch Peko heißt und die hilflose Person, die eine Streife irgendwo einsackt, Hilope genannt wird. Und sie haben sich die Tatsache, dass im vergangenen Jahr gegen die frauenverachtenden Klauhorden zu wenig unternommen wurde, zu Herzen genommen und eben Maghrebiner zuvörderst kontrolliert. Wo ist das Problem, abgesehen davon, dass es leider im Frauenbild eines gewissen Islamverständnisses  begründet liegt, sich so zu verhalten? Hätten die Schrittfasser, Tittengreifer et.al. rote Haare gehabt, es wäre bei Profiling und Fahndung gewiss benutzt und benannt worden, Frau Peter. Und dass die Täter folgerichtig dann als mitteleuropäisch beschrieben worden wären, auch das wäre ja eigentlich ein „racial profiling“ … Und warum eigentlich nur junge Männer? Manchmal kann der allerbeste Wortbeitrag sein, einfach nichts zu sagen.




Schreibt, berät und berät Schreibende sowie (Medien-)Unternehmen. Ist aber zuvörderst und mit Herzblut Journalist, Kommentator und Autor mit den Schwerpunkten internationale und nationale Politik, Jüdisches, Kultur und – als journalistisches Hobby –, American Football. Lebt in Hamburg und nach Möglichkeit in seinem Seelenversteck in Florida.


Mit freundlicher Unterstützung von johannesdultz.com