15. Februar 2017

Die Grünen verstehen nicht, warum Trump gefährlich ist

Beim Versuch, die US-Regierung zu kritisieren scheitert die Partei kläglich

Die Grünen haben offenbar genau gar nicht verstanden, warum Trump und seine Regierung gefährlich sind. „Tierschutz zuerst“ oder „Energiewende zuerst“ sind Teilmotive einer Bildserie, die der Bremer Landesverband als Reaktion auf den neuen US-Präsidenten gebastelt hat. Daneben werden auch „Rechtsstaatlichkeit zuerst“ und „Offene Gesellschaft zuerst“ gefordert. Man verrührt also einen als „Visa Ban“ getarnten Angriff auf eine Minderheit und Angriffe auf das System der Gewaltenteilung mit alltagspolitischen Fragen.

Was die Grünen nicht begreifen, ist, dass Trumps Regierung Systemfragen stellt. Welche Rolle spielen Gerichte? Was ist die Aufgabe der Medien? Wie viel Macht hat ein Präsident und wer kontrolliert ihn? Darauf reagiert die Partei mit ihren politischen Inhalten, die eben nicht systemrelevant sind, sondern immer wieder im demokratischen Diskurs neu verhandelt werden können. Vielleicht fällt den Grünen auch gar nicht mehr auf, dass sie Teile ihrer Inhalte absolut setzen. Damit unterscheiden sie sich kaum noch vom Gegenstand ihrer Kritik.

Auf Antrag der Grünen ist die Trump-Regierung heute übrigens Thema einer Aktuellen Stunde im kleinsten Landesparlament Deutschlands.

Korrektur: Der Landtag des Saarland ist mit 51 Abgeordneten noch erheblich kleiner als die Bremische Bürgerschaft mit 83 Abgeordneten.

Über uns

Ein Autorenblog für alle, die gern streiten und nicht an den Weltuntergang glauben. Die Salonkolumnisten schreiben über Politik und Kultur – klug, pointiert und in vielen Stimmen, die sich oft uneins sind. Verteidiger der offenen Gesellschaft, Gegner jeder Schwarzmalerei.

Folgen Sie uns

Aus dem Archiv

3

Gegen TTIP auf der Schäl Sick

Die großen Naturschutzverbände begnügen sich schon lange nicht mehr mit klassischem Natur- und Artenschutz – und haben damit Erfolg.
Nachoben

Don't Miss

Berlin, ein Sicherheitsrisiko

Viel wird über mögliche Vergesellschaftungen durch einen von der Linkspartei
Verstehen sich prächtig: Tucker Carlson in seiner Scheune in Maine, Kim Dotcom in Neuseeland

Tucker und das Orakel von Dotcom

Tucker Carlson ist weit rechts außen und einer der erfolgsten