Dieses Katzenbaby ist zum Glück nicht im PETA-Tierheim gelandet 0x010C/Wikipedia/CCBYSA

PETAs Tiertötungspraxis in der Kritik

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Die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) tötet auch gesunde und vermittelbare Tiere in ihrem Tierheim. Ein Tierrechtler wendet sich nun offen gegen diese Praxis: Nathan J. Winograd ist Autor, Filmemacher und setzt sich aktiv für Tiere und deren Schutz ein.

In den USA sterben viele Tiere in Tierheimen. Jeden Tag werden rund 8.000 Hunde und Katzen eingeschläfert. Das „No Kill“-Konzept soll die Tötungen reduzieren: Eine Tötungsrate in den Tierheimen von etwa 10 Prozent oder sogar weniger. Tiere sollen nur eingeschläfert werden dürfen, wenn ein unabhängiger Tierarzt das Leiden der Tiere feststellt und eine Einschläferung zum Wohl des Tieres empfiehlt. Aktuell werden in den USA auch Tiere eingeschläfert, obwohl sie nicht leiden bzw. ohne, dass unabhängig ihr Leid festgestellt wurde.

Tiere und ihre Tötungsraten

Eine Tötungsrate von 30 Prozent gilt als Erfolg, wobei sie in schlechten Jahren bei 60 Prozent liegen kann. Manche Tierheime haben aber auch eine Tötungsrate von rund 90 Prozent und vermitteln gar keine Tiere weiter.

In deutschen Tierheimen gibt es Härtefälle, um die sich die Mitarbeiter besonders kümmern und bei denen man trotzdem versucht, sie an liebende neue Besitzer zu vermitteln, die ein Herz für diese vom Leben gebeutelten Tiere haben. In den USA werden solche Tiere in „Kill“-Tierheimen geparkt.

Auf Anfrage der Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ teilte Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes, mit: „Die Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes regelt ganz genau, wann Hunde und Katzen in Tierheimen eingeschläfert werden dürfen. Nur wenn der Tierarzt eine unheilbare, schwere Erkrankung feststellt, ist dies erlaubt. Ein weiterer Grund zur Tötung eines Tieres kann das Vorliegen von schweren Verhaltensstörungen sein, die für das Tier Leiden im Sinne des Tierschutzgesetzes bedeuten. In solchen Einzelfällen trifft eine Kommission aus Tierärzten und Tierheimmitarbeitern die Entscheidung. In allen anderen Fällen ist die Tötung von Tieren im Tierheim grundsätzlich abzulehnen, denn das deutsche Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund.“

Deutsche Praxis als Vorbild

Nathan J. Winograd strebt ein ähnliches Konzept für die USA an: „Wenn PETA sich glaubhaft um alle Tiere kümmern würde, und sie retten wollte, wäre ich ein Unterstützer.“ PETA betreibt ein Tierheim in den Vereinigten Staaten. Dieses gehört zu den „Kill“-Tierheimen und kooperiert auch ausschließlich mit solchen. Winograd will eine Tötungsrate von 10 Prozent oder weniger, der US-Durchschnitt liegt bei 40 Prozent und die Tötungsrate von PETA liegt bei rund 86 Prozent. (Die Zahlen zum PETA-Tierheim stammen von der zuständigen Regierungsbehörde, der VDACS).

Winograd möchte die Tötungen nicht abschaffen, sondern sie nur zur eigentlichen Wortbedeutung zurückführen. „‚No Kill‘-Tierheime schläfern Tiere nur nach strengster medizinischer Indikation ein – so wie es in Deutschland auch ist. Wenn PETA wirklich nur die leidenden Tiere einschläfern würde, wäre es kein Problem der ‚No Kill‘-Bewegung beizutreten, denn diese Tiere würden auch dann eingeschläfert, wenn der hinzugezogene, unabhängige Experte genauso urteilen würde.“

Was macht PETA mit den Spendenmillionen?

PETA verfügt jedes Jahr über einen mittleren, zweistelligen Millionenbetrag: Nur 10 Prozent davon gehen in das, was PETA „karitativen Tierschutz“ nennt. Gemeint ist damit unter anderem in das Tötungstierheim. An der grundlegenden Situation für die Tiere ändert sich dadurch aber nichts. Gab es 2001 immerhin noch eine Adoptionsrate von rund 26 Prozent (die höchste im Zeitraum von Mitter 1998 bis 2015), sank die Adoptionsrate auf 0,3 Prozent (2008) und lag 2015 bei rund 3 Prozent.

Das wirft Winograd der Tierrechtsorganisation vor: „Sie töten nicht nur gesunde Tiere, einschließlich Hundewelpen und Katzenbabys, sondern sie tun das ohne Anstrengungen zu unternehmen, für die Tiere ein neues Zuhause zu finden.“ Das bestätigt auch PETA. Winograd zitiert die PETA-Gründerin Ingrid Newkirks Aussage, dass nicht im „Home finding business“ sei.

Die Ideologie hinter PETA

Winograd erklärt dazu: „PETAs Ansichten über Hunde und Katzen in Häusern von Menschen kommen aus einer grundsätzlich fehlerhaften Perspektive, die die Partnerschaft zwischen Tier und Mensch in die gleiche Kategorie stellt wie verschiedene und unbestreitbare Formen der Tierausbeutung. Dabei ist es das gar nicht.“

Wenn man nach Erklärungen sucht, warum PETA trotz genügend Finanzmitteln, Reichweite und Möglichkeiten nicht in Tierhaltung investiert, stößt man schnell auf die Ideologie von PETA. Denn PETA ist gegen jede Form der Tierhaltung. Von Nutztieren über Haustiere bis hin zu Assistenztieren wie etwa Blindenhunden: PETA lehnt alle diese Formen ab. Es ist also im PETA-Denken schlicht zielführend, Tier-Haltungen durch Einschläferung zu beenden.

Philipp J. Kroiß


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