Skandal: Firma setzt sich für Produkt ein

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Bei der „Süddeutschen Zeitung“ wird nicht mehr recherchiert

Die Journalistin Silvia Liebrich empört sich in der Süddeutschen Zeitung darüber, dass Monsanto ein Verbot von Glyphosat „zu behindern“ versuche. Das perfide daran: „Dabei setzt der US-Agrarkonzern stark auf die Expertise von Fachleuten, die unabhängig und auf wissenschaftlicher Basis prüfen, ob Glyphosat etwa Krebs auslösen oder das Erbgut schädigen kann.“ Na sowas!

Dann raunt sie von der „engen Verbindung“ vieler Forscher zu Monsanto. Hätte Liebrich recherchiert statt bei Aktivisten abzuschreiben, wüsste sie, dass das IARC – eine Einrichtung der WHO – für seine Glyphosat-Gegner-freundliche Einschätzung, Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserregend“ (eine Einschätzung, die sonst keine Institution weltweit teilt), vor allem fünf Studien herangezogen hat: Vier davon stammen von – Monsanto. Warum das IARC sie anders bewertet, könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass es beim IARC Interessenskonflikte gab. Aber das wird nie in der SZ stehen.




Schreibt seit den 1980er Jahren über Wissenschaft, vorwiegend Gen- und Biotechnologie. Davor forschte er als Molekularbiologe an der Universität Bremen. 2006 gehörte er zu den Gründern von akampion, das innovative Unternehmen bei ihrer Kommunikation berät. 2017 erschienen seine Wissenschaftsthriller "Oligo" und "Vironymous" bei Piper Fahrenheit. Ludger Weß kommentiert hier privat.


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