Foodwatch behauptet, dass jährlich 200.000 Menschen durch Pestizide ums Leben kämen. Mit Fakten hat das nichts zu tun. Unser Autor über die Hintergründe einer skrupellosen NGO-Kampagne.
Es brauchte Trumps Wahl, damit die wirren Ansichten von RFK Jr. auch bei stärker bekannt wurden. Früher war er mit seiner Medizinesoterik bei Grünen und Linken hierzulande ein gern gesehener Gast – und bis heute bleibt man sich in vielen zentralen Fragen einig.
Ein schönes Beispiel dafür, wie Angstkampagnen eingesetzt werden, um gegen die ungeliebte Gentechnik zu polemisieren, lieferte Anfang Februar der Verein Testbiotech ab. Die „Nichtregierungsorganisation“ warnt in einer Pressemitteilung vor einer „Gentomate“ in Japan, die mit einem erhöhten Gehalt an gamma-Aminobuttersäure (GABA) Menschen dabei helfen soll, ihren Blutdruck zu senken und den Schlaf zu verbessern. Die Meldung, auf die die NGO verlinkt, ist aber von 2021. Die durch Gene Editing erzeugte Tomate ist also seit mehr als zwei Jahren auf dem
Mitten in einer sich anbahnenden Hungerkrise ist Europa auf dem besten Weg, die Produktivität seiner Landwirtschaft drastisch zu reduzieren oder bestimmte Sektoren ganz abzuschaffen. Das soll der Umwelt dienen, Vorbild für die ganze Welt sein und gleichzeitig die Welternährung krisenfest machen - ein weiteres Kapitel einer im Europa um sich greifenden Realitätsverweigerung.
Vandana Shiva, 2002 zum „Hero for the Green Century“ ausgerufen und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen (u.a. des Right Livelyhood Awards und des Save the World Award) gilt im Westen als Ikone der Nachhaltigkeit, der Agrarwende und des DeGrowth. Seit Jahrzehnten fordert sie die Abkehr von der modernen Landwirtschaft. 2021 folgte mit Sri Lanka zum ersten Mal eine Regierung ihren Ratschlägen. Das Experiment schlug kolossal fehl.
Deutschlands Impfkampagne ist endlich angelaufen, aber nun taucht das nächste Problem auf: Viele Menschen gehen nicht zum Impfen. Sie haben von Umweltschutzorganisationen, Politikern und Medien gelernt, Aufsichtsbehörden und Experten zu misstrauen.
Der anthroposophische Bio-Verband Demeter offenbart in seiner Hauszeitschrift seine Philosophie. Sie ist eine kaum verbrämte Ablehnung der Moderne mit erschreckenden Anklängen an das nationalsozialistische Zerrbild einer „verjudeten materialistischen Wissenschaft.“
Zahlreiche Partner versorgen die Grünen traditionell mit pseudowissenschaftlichen Gutachten gegen moderne Technik. Doch viele dieser Partner wenden dieselben Methoden jetzt im Kampf gegen Corona-Impfstoffe an. Die Grünen müssen sich entscheiden, ob sie der Wissenschaft folgen oder eine Partei für Querdenker und Quacksalber sein wollen.
Die grüne Partei ist gegen Gentechnik „auf dem Acker, auf dem Teller, im Wald und im Tier“ – nur im Menschen darf sie stattfinden. Und in Bakterien. Klingt nicht nur unlogisch, sondern ist es auch. Einige Grüne wollen das jetzt ändern. Coronavirus und Klimawandel zwingen dazu.
Im Widerstand gegen moderne Technik argumentieren Aktivisten und professionelle Mahner mit immer demselben Muster: Gefahren und Risiken sind nie beherrschbar. Entsprechend wäre es an der Zeit, eine der am meisten unterschätzten Bedrohungen für unsere Zivilisation endlich niederzuringen. Die Kartoffel muss weg.
Deutsche NGOs haben einen neuen Gentechniktest vorgestellt, der schon nach einem halben Tag entzaubert war. Das PR-Desaster betrifft indessen nicht nur die NGOs, sondern auch Nachrichtenagenturen und Ministerien, die jede kritische Distanz zu diesen Organisationen vermissen lassen.
Ein Autorenblog für alle, die gern streiten und nicht an den Weltuntergang glauben. Die Salonkolumnisten schreiben über Politik und Kultur – klug, pointiert und in vielen Stimmen, die sich oft uneins sind. Verteidiger der offenen Gesellschaft, Gegner jeder Schwarzmalerei.
Notstandsrhetorik zerstört politische Kultur - auch in der Klimafrage. Politische Weitsicht und die Regeln des Rechtsstaates sind heute wichtiger denn je.
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