Trump – Funktional wie ein russischer Spion

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Ob der Präsident Agent ist oder nützlicher Idiot, ist egal.

Ich fasse nochmal zusammen: Zuerst feuert Trump den Direktor des FBI, weil das FBI immer weiter wegen möglicher Verbindungen zwischen Trumps Team und den Russen im 2016er Wahlkampf ermittelte (als Russland praktisch unsere Demokratie gehackt hat). Am folgenden Tag trifft Trump im Oval Office den russischen Außenminister und den russischen Botschafter (denselben Botschafter, der 2016 mit mehreren Mitgliedern von Trumps Team in Kontakt stand). Während dieses Treffens verrät Trump wichtigste Staatsgeheimnisse an die Russen. Als er fertig ist, schickt er seinen Nationalen Sicherheitsberater los, um zu verkünden, dass nichts Unziemliches vorgefallen sei. Schließlich und endlich zermalmt Trump die Erklärung seines Sicherheitsberaters sodann mit zwei Tweets und sorgt nebenbei mit abschließender Sicherheit dafür, dass kein verbündeter Nachrichtendienst sich jemals wieder auf Informationsaustausch mit uns einlassen wird. (Diesen Punkt sollte man nach dem nächsten Terroranschlag im Hinterkopf haben.)

In Anbetracht all dessen ist es komplett egal, ob Trump ein russischer Spion ist. (Ich nehme an, er ist keiner, er ist nur irre und ein Depp.) FUNKTIONAL ist er aber so gut wie ein russischer Spion. Das ist alles, und mehr muss man dazu nicht wissen.


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Hannes Stein, geboren 1965 in München, aufgewachsen in Salzburg, hat lange in Schottland, länger in Israel und am längsten in Hamburg und Berlin gelebt. 2007 in die Vereinigten Staaten ausgewandert, seit 2012 amerikanischer Staatsbürger. Verheiratet, ein Kind. Kulturkorrespondent der "Welt" und WamS" in New York. Zuletzt erschien der Roman "Der Komet", erhältlich als kiwi-Taschenbuch.


Mit freundlicher Unterstützung von johannesdultz.com