Unliebsame Forschung

Radikale Tierschützer und Umweltaktivisten gehen handgreiflich gegen unliebsame Forschung vor – mit Erfolg.

Paragraph 5 des Grundgesetzes garantiert die Freiheit der Forschung in Deutschland. So wie die Meinungsfreiheit das Äußern von Meinungen ermöglichen soll, die vielen Menschen nicht gefällt, soll die Forschungsfreiheit auch unpopulären Forschungsfeldern rechtlichen Schutz gewähren. Und so wie unliebsame Meinungen mangels rechtlicher Handhabe auf anderem Weg bekämpft werden, durch Schmutzkampagnen in den sozialen Medien, moralische Empörung, das Anheften von Etiketten wie „Rechtspopulist“ usw., so wird auch unerwünschte Forschung abseits des Gerichtssaals bekämpft.

Zu besonders extremen Mitteln greifen militante Tierschützer, die auch nicht davor zurückschrecken, Affenforschern mit der Ermordung ihrer Kinder zu drohen. Wer sich öffentlich über den Nutzen von Tierversuchen äußert, muss mit Beleidigungen, Anfeindungen und Drohungen rechnen. Zum Glück gibt es auf diesem Gebiet aber noch Gegenwehr. So hat die Allianz der Wissenschaftsorganisationen vor kurzem eine Informationsinitiative Tierversuche verstehen gestartet.

Anders ist es bei der Grünen Gentechnik. Hier hat gewalttätiger Vandalismus gepaart mit einer beispiellosen Desinformationskampagne von Umweltorganisationen wie Greenpeace, BUND und Co. mit breiter politischer Deckung nachhaltig gewirkt. Wer gentechnisch veränderte Pflanzen in Freilandversuchen erforscht hat, musste sich als moderner Dr. Frankenstein verunglimpfen lassen und zusehen, wie die Versuchsfelder straffrei zerstört wurden. Das ganze wird von den Öko-Vandalen in schönstem Neusprech als „Feldbefreiung“ gefeiert.

Die Folge: Die gesamte Branche ist mittlerweile ausgewandert. Selbst Grundlagenforschung wird ins Ausland verlagert. Wer bleibt, zieht den Kopf ein. Ein renommierter Gentechnik-Forscher, der für Jahre in verschiedenen Gremien zur Gentechnik-Regulierung mitgewirkt hat, antwortete mir jetzt auf eine Interview-Anfrage:  „Muss ich mir so etwas noch einmal antun? (…) wenn man es im aktiven Dienst wiederholt erfahren musste, wie Verleumdung geht?“

So erfolgreich kann handgreiflicher Öko-Fanatismus sein.




Johannes Kaufmann hat schon vieles gemacht. Zum Beispiel Chemie studiert, eine Karriere als Profifußballer angestrebt und eine Doktorarbeit über israelische Militärgeschichte geschrieben. Außerdem hat er vieles nicht zu Ende gemacht. Zum Beispiel sein Chemiestudium, die Karriere als Profifußballer oder seine Doktorarbeit. Mit Umwegen über Uni, Israel, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt etc. ist er mittlerweile als Wissenschaftsredakteur bei der Braunschweiger Zeitung gelandet, wo er besonders gern über Agrarforschung, Lebensmittelsicherheit, Infektionsforschung, Gentechnik und Kometenlanderoboter schreibt.


Mit freundlicher Unterstützung von johannesdultz.com