Weingut im Golan
Genuss statt Gewehrfeuer: Weingut im Golan. Israel Tours

Killys Kontra – Trump und der Golan

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Der Präsident sagt was über den Golan und Israel und schon tobt die Öffentlichkeit. Doch in diesem Fall hat Trump nur eine Selbstverständlichkeit artikuliert.

„Trumps Golan-Tweet ist eine Katastrophe für die ganze Region“ trompetet die Süddeutsche, „Trump spielt mit dem Feuer“ sekundiert die NZZ – eine Vielzahl deutschsprachiger Medien hat wieder einmal Schaum vorm Mund. Schaum, der mittlerweile an den berühmten Pawlowschen Reflex gemahnt. Wann immer es um Israel geht, ist die Reaktion programmiert, das Gleiche gilt für Äußerungen des amerikanischen Präsidenten. Völlig Wurst scheinen bei diesen Empörungsritualen indes die Inhalte zu sein. Ja, selbst Donald Trump kann aus Versehen durchaus schon einmal das Richtige sagen, wie im aktuellen Fall geschehen.

Was ist passiert? Der Präsident hat am 21. März um kurz vor 18 Uhr abends (Ortszeit) folgenden Tweet abgesetzt:

(„Nach 52 Jahren ist es für die Vereinigten Staaten an der Zeit, Israels Souveränität über die Golanhöhen vollumfänglich anzuerkennen, da das von entscheidender strategischer und sicherheitstechnischer Relevanz für den Staat Israel und die Stabilität in der Region ist.“)

Nach 52 Jahren ist diese Erkenntnis eine Binse. Der sogenannte Sechstagekrieg, in dem Israel eben jene Golanhöhen eroberte, war der erneute Versuch der arabischen Entente, den jüdischen Staat von der Landkarte zu tilgen – oder wie es der damalige syrische Präsident Nureddin al-Atassi charmant formulierte: „Wir wollen einen totalen Krieg ohne Einschränkungen, einen Krieg, der die zionistische Basis zerstören wird.“

Nun, das wurde nichts. Und aus dem Golan, von dem aus Syrien jahrelang das Jordantal und dessen Bewohner unter Dauerfeuer genommen hatte, wurde ein begehrtes Weinanbaugebiet. Doch neben den guten Reben liefert der Golan Israel vor allem eines: das wichtigste Sicherheitspfand gegen allerlei islamistische Horden, die vom Iran unterstützt und gegen Israel positioniert werden. Die Annexion des Golan hat ausschließlich sicherheitsrelevante Gründe; er wäre in Syriens Hand Israels offene Flanke gegen den Terror.

Nun nimmt selbst Syriens wahnsinniger Diktator Assad nicht mal mehr im Traum an, der Golan könnte jemals wieder syrisches Territorium werden. Und das Gezeter arabischer Potentaten sowie des Kalifen Erdogan ist rein symbolischer und keineswegs realpolitischer Natur. Die Golanhöhen sind Teil des israelischen Hoheitsgebiets. Das ist ein Faktum, an dem sich so lange nichts ändern wird wie es den Staat Israel gibt. Und nach 52 Jahren dürfte durchaus auch einmal die blinde Solidarität der Weltgemeinschaft mit den arabischen Endlösungsfreunden einer realistischeren Betrachtung der Dinge weichen. Außerdem: Wo bleiben eigentlich die Aufwallungen angesichts von Jahrzehnten der blutigen Unterdrückung Tibets oder der Besetzung Nordzyperns durch die Türkei? Warum also kriegt sich die Mehrzahl der deutschen Medienvertreter wieder einmal nicht ein? Weil man Israel einfach die Unverforenheit nicht durchgehen lässt, sich zu verteidigen. Dieser Reflex greift bei jeder Hamas-Rakete, auf die eine adäquate Antwort seitens der IDF gefunden wird, und er greift eben auch beim Golan. Da wird von Völkerrecht schwadroniert und für ein Land Partei genommen, das seit Jahrzehnten eine der blutigsten Diktaturen des Planeten ist – zulasten der einzigen Demokratie des Nahen Ostens.

Nein, nicht Trump spielt mit dem Feuer – diejenigen tun es, deren offensichtlicher Judenhass sich nur schwerlich hinter plumpen Trump-Bashing verstecken lässt. Das ist die wahre Katastrophe, nicht der Trump-Tweet.




Schreibt, berät und berät Schreibende sowie (Medien-)Unternehmen. Ist aber zuvörderst und mit Herzblut Journalist, Kommentator und Autor mit den Schwerpunkten internationale und nationale Politik, Jüdisches, Kultur und – als journalistisches Hobby –, American Football. Lebt in Hamburg und nach Möglichkeit in seinem Seelenversteck in Florida.