31. Juli 2017

Dieselgate: Schluss mit lustig!

So liebe Leute, wir haben jetzt alle mal unseren Spaß gehabt mit Porsche und mit all denen, wo so einen fahren, weil nämlich, hahaha, wie kommt jetzt der Clemens vom Kollwitzplatz zu seinem Kinderyoga? Auch über die Frau, die in der Bild darüber schimpft, ihr 150.000-Euro-Auto nicht mehr fahren zu können, wurde mancher Mundwinkel hochgezogen, obwohl sich zumindest mir der Gag spätestens hier nicht mehr erschloss. Offenbar kaprizierte sich dieser „Humor“ darauf, dass die Frau jetzt ihr Eigentum nicht mehr benutzen darf, und weil sie aber offenbar viel Geld hat, ist das kein Problem, sondern okay bis unterhaltsam. Kennste det? Ich ooch nich, geil wa!

Wer aber den radikalen Eingriff ins eigentlich sakrosankte Recht auf Eigentum hier nicht als solchen benennt oder ihn sogar als belustigenden Kokolores abtut, nur weil die Betroffenen nicht zur Vorzugsklientel der Arbeiterwohlfahrt gehören, von dem können wir auch erwarten, dass er sich alsbald vor Lachen den Bauch hält, wenn die Rossmann-Kassiererin nicht mehr mit ihrem gebrauchten Golf TDI zur Arbeit fahren darf. Was werden wir uns auf Twitter amüsieren!

Ebenfalls zum Thema: Die Schuld der Kunden

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Ein Autorenblog für alle, die gern streiten und nicht an den Weltuntergang glauben. Die Salonkolumnisten schreiben über Politik und Kultur – klug, pointiert und in vielen Stimmen, die sich oft uneins sind. Verteidiger der offenen Gesellschaft, Gegner jeder Schwarzmalerei.

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