Dieselgate: Schluss mit lustig!

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Es geht nicht um Kinderyoga, sondern ums Recht auf Eigentum

So liebe Leute, wir haben jetzt alle mal unseren Spaß gehabt mit Porsche und mit all denen, wo so einen fahren, weil nämlich, hahaha, wie kommt jetzt der Clemens vom Kollwitzplatz zu seinem Kinderyoga? Auch über die Frau, die in der Bild darüber schimpft, ihr 150.000-Euro-Auto nicht mehr fahren zu können, wurde mancher Mundwinkel hochgezogen, obwohl sich zumindest mir der Gag spätestens hier nicht mehr erschloss. Offenbar kaprizierte sich dieser „Humor“ darauf, dass die Frau jetzt ihr Eigentum nicht mehr benutzen darf, und weil sie aber offenbar viel Geld hat, ist das kein Problem, sondern okay bis unterhaltsam. Kennste det? Ich ooch nich, geil wa!

Wer aber den radikalen Eingriff ins eigentlich sakrosankte Recht auf Eigentum hier nicht als solchen benennt oder ihn sogar als belustigenden Kokolores abtut, nur weil die Betroffenen nicht zur Vorzugsklientel der Arbeiterwohlfahrt gehören, von dem können wir auch erwarten, dass er sich alsbald vor Lachen den Bauch hält, wenn die Rossmann-Kassiererin nicht mehr mit ihrem gebrauchten Golf TDI zur Arbeit fahren darf. Was werden wir uns auf Twitter amüsieren!

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Studierter Historiker aus München, leidenschaftlicher Kartensammler und im Brotberuf in der jüdischen Bildungsarbeit aktiv. Bestens vertraut mit der Rolle als liberaler Exot und Quotenkapitalist. Hier und bei den Ruhrbaronen schreibt er zu deutscher und amerikanischer Politik und Israel. Sein Motto: „Geheimratsecken wollen auch schön eingerichtet sein!“


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