1. April 2017

Facebook vs. Satirespeech 1:0

Warum? Facebook, du hast mich für drei Tage gesperrt, weil ein Beitrag von mir „nicht den Facebook-Gemeinschaftsstandards“ entspricht.

Konkret handelt es sich um ein Posting auf meiner Seite, das sich satirisch mit dem deutschen Rapper Kollegah beschäftigt (siehe Telegram-Foto).

Auch wenn es eine Todsünde ist, Witze zu erklären: Kollegah verkündet, seine (u.a.) homophoben Ausfälle seien eine Kunstform, die man auf keinen Fall wörtlich nehmen darf. Wenn er von Schwuchteln redet, ist das nicht abwertend gemeint. Alles Kunst und so. Diese Logik, dass etwas „nicht so gemeint ist“, obwohl es keinerlei Hinweis auf eine ironische oder sonstige Brechung gibt, kann man natürlich wunderbar übertragen. Zum Beispiel auf Erdogan und seine Hetzreden gegen Europa. Wenn man da die Kollegah-Rhetorik anwendet, erscheint das alles plötzlich in einem ganz anderen Licht. Dann ist es Kunst. Verstanden, Facebook, du Faschist*?

Und nun die Frage: warum wird so ein Posting gelöscht? Gehören Ironie und Satire auch zu den Hatespeech-Verbrechen, die nicht geduldet werden?

*Kunst

Über uns

Ein Autorenblog für alle, die gern streiten und nicht an den Weltuntergang glauben. Die Salonkolumnisten schreiben über Politik und Kultur – klug, pointiert und in vielen Stimmen, die sich oft uneins sind. Verteidiger der offenen Gesellschaft, Gegner jeder Schwarzmalerei.

Folgen Sie uns

Aus dem Archiv

1

Schtonk! II

Keinen Piep wird "Der Spiegel" bis auf Weiteres von sich geben können, ohne dass Querulanten mit gab.ai-Link in der Twitter-Bio jeden I-Punkt
2

Mittwochmorgen-Massaker

Die stolze Volkspartei CDU hat sich in den Koalitionsverhandlungen mit SPD und CSU abschlachten lassen. Die einzig positive Wendung könnte der Personalwechsel
Nachoben

Don't Miss

Goodbye, Amnesty!

Amnesty International war mal eine glaubwürdige und wichtige Institution der

Bei der Satire-Partei ist Schluss mit lustig

Das Konzept de "Partei" lautete einmal: Kein Respekt vor niemandem.