In Dortmund demonstrierten im Sommer 2014 Muslime gemeinsam mit Neonazis gegen Israel Foto: Ruhrbarone

Wo waren die Proteste der Muslime gegen das Massaker von Aleppo?

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Im Sommer 2014 gingen vor allem Muslime in Deutschland auf die Straße, um gegen den Gaza-Krieg zu protestieren. Währen Assad und Putin die syrische Stadt Aleppo zu Schutt bombten und tausende Zivilsten töteten, herrschte Ruhe auf den Straßen.

In vielen deutschen Städten kam es im Sommer 2014 zu Protesten gegen militärische Einsätze Israels gegen die Hamas in Gaza. Obwohl die Israelische Armee vieles versucht hat, um Zivilsten vor Angriffen zu warnen, gab es auch unter der Bevölkerung Gazas Opfer, starben auch Kinder bei den Angriffen der Israelis. Die Tatsache, dass die Hamas ihre Angriffsstellungen Mitten in Wohngebieten hatte, forderte so ihren traurigen Tribut.

Über Wochen zogen in vielen deutschen Städten vor allem Muslime durch die Straßen, skandierten Parolen wie „Kindermörder Israel“, verhöhnten die Opfer der Shoa und zelebrierten ihr Mitleid mit dramatischen Gesten. Nicht wenige brachen während der Demonstrationen theatralisch unter Tränen zusammen. Unterstützt wurden sie dabei teilweise von der Linkspartei und Neonazis, in Dortmund demonstrierte der damalige Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Linkspartei, Ralf Michalowsky, sogar zusammen mit Neonazis gegen Israel, es kam in mehreren Städten zu Ausschreitungen und eine antisemitische Hetze brach sich Bahn, wie es sie öffentlich in Deutschland vorher nicht gab. Angeblich war es das Leiden der Zivilbevölkerung, das Leiden der Kinder, dass die Menschen auf die Straße trieb. Schon damals war das wenig glaubwürdig, heute wissen wir, dass das Unsinn war.

In Essen kam es während antisemitischer Proteste im 2014 zu schweren Ausschreitungen Foto: Ruhrbarone

Denn als in den vergangenen Wochen Tausende Zivilisten, darunter viele Kinder, in Aleppo von den Truppen des syrischen Diktators Assad mit Unterstützung der russische Luftwaffe getötet wurden, blieb alles ruhig, es gab nur wenige Proteste gegen das Schlachten in Aleppo. Die Bilder des zerbombten Aleppos trieben in Deutschland nicht die Massen auf die Straße. Das Leben von Frauen und Kindern scheint, wenn es von Assad und Putin genommen wird, wenig Wert zu sein. Ich habe niemanden „Kindermörder Assad“ oder „Kindermörder Putin“ rufen hören.

Und so wird nun endgültig klar, das im Sommer keine Menschen auf die Straße gingen, die über die zivilen Opfer des Gaza-Krieges empört waren, die am Leiden ihrer Glaubensbrüder ehrlich verzweifelten, sondern ein antisemitischer Mob, der tote Frauen und Kinder instrumentalisierte, um gegen Israel zu hetzen, das im Gegensatz zur syrischen Regierung und Putin vieles tat, um Opfer unter der palästinensischen Bevölkerung zu vermeiden.




Stefan Laurin mochte schon als Kind nicht, wenn andere ihm sagten, was er tun soll und was nicht. Laurin wohnt in Bochum und arbeitet als freier Journalist unter anderem für Die Welt, Die Welt am Sonntag, die Jüdische Allgemeine, die Jungle World und Correctiv. Nebenbei ist er Herausgeber des Blogs Ruhrbarone und legt sich mit allen an, die Spaß daran haben, anderen Menschen ihre Freiheit zu nehmen.


Mit freundlicher Unterstützung von johannesdultz.com