Katrin Göring-Eckardt Grüne Bundestag

Fakten? Egal!

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Katrin Göring-Eckardt ist gut im Fordern. Sie ist nicht so gut in Fakten. Ist aber egal.

Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen, fordert die Kennzeichnungspflicht für Eier in Lebensmitteln wie Eiernudeln, Eiersalat, Eierlikör, Mayonnaise und Plätzchen. Die gibt es zwar schon, weil Eier allergen sind, so dass auch Spuren von Ei deklariert werden müssen („kann Spuren von Ei enthalten“ steht auf Ei-freien Lebensmitteln, die in Betrieben erzeugt wurden, in denen auch Eier verarbeitet werden), aber egal.

Auf die Kennzeichnungspflicht hingewiesen, fordert sie jetzt, es sei zu kennzeichnen, von wo die Eier stammen und ob sie aus Freiland-, Käfig- oder Biohaltung seien. Gibt es auch schon, heißt Bioeiernudeln, aber egal.

Der Gedanke dahinter: Nur Eier aus Freiland- oder Biohaltung sind Fipronil-frei. Stimmt zwar nicht, denn es wurde auch in Bio-Eiern Fipronil nachgewiesen, aber egal.

Unverkäufliche Stinkeier

Impliziert wird, dass Bio- oder Freilandhühner keine Zecken- oder Läusebekämpfung brauchen, weil sie wegen ihrer „artgerechten“ Lebensweise keine Parasiten haben. Stimmt auch nicht, aber egal.

Vielleicht ist Frau Göring-Eckart auch der Auffassung, Zecken- und Läusebefall könnte bei Hühnern mit Homöomagie und ätherischen Ölen bekämpft werden, so dass man auf „Chemie“ verzichten kann. Ätherische Öle führen oft zu unverkäuflichen Stinkeiern. Zugelassen für den Biolandbau sind daher die wenig wirksamen Silikatpuder und Klebebänder sowie für hartnäckige Fälle Pyrethrum und Spinosad. Letztere sind Toxine aus Pflanzen bzw. Bakterien, also Chemie. Auf deren Rückstände wird nicht getestet. Chemiefreie Bio-Eier stimmt also auch nicht, aber egal.

Geht es nach Katrin Göring-Eckardt, muss in Zukunft jede Nudelverpackung die totale Rückverfolgbarkeit der verwendeten Eier ermöglichen. Eine Nudelfabrik, in der täglich mehrere Tonnen Eier angeliefert werden, muss dann eine lange Liste der Lieferanten sowie der jeweiligen Haltungsbedingungen auf die Nudelpackung drucken.

Klingt gut, reicht aber natürlich nicht aus. Verbraucher haben auch ein Recht, zu wissen, wie diese Hühner ernährt wurden, also etwa ob das Futter unter Verwendung von „Chemie“ oder „Genen“ angebaut wurde und wer den Betrieb wann und wie oft kontrolliert hat. Es wäre auch gut, zu wissen, wie oft die Beschäftigten sich am Tag die Hände gewaschen und wie oft sie ihre Unterwäsche gewechselt haben.

Wir werden alle sterben

Viele Verbraucher machen sich zudem nicht nur Gedanken wegen der unbekannten bzw. systematisch heruntergespielten Gefahren der Gentechnik, sondern auch wegen der Impfungen. Renate Künast, ehemals grüne Ministerin für Verbraucherschutz, engagierte sich gemeinsam mit den Impfgegnern Ronnie Cummins und Stephanie Seneff in Den Haag gegen Glyphosat, das in Verdacht steht, im Verein mit Impfungen Autismus, Parkinson und andere Erkrankungen auszulösen. Da wäre es ganz gut, zu wissen, ob die Menschen, die mit den Hühnern Umgang haben, geimpft sind oder nicht. Skeptiker werden argumentieren, das sei für die Qualität der Eier völlig unerheblich. Mag sein, aber wenn das wirklich so ist, dann könnte das doch auf die Packung gedruckt werden, oder? Der Widerstand gegen diese Forderung schürt den Verdacht, es gebe da etwas zu verbergen. Aber egal.

Denn ich esse ab sofort nur noch vegane Eier, garantiert chemiefrei und bio aus Maisstärke, Maltodextrin, Xanthan, allergenem Lupinenmehl, extrahiertem Erbsen- und Kartoffelprotein, Salz aus pakistanischen Lavaminen, natürlichem E100, natürlichem E160, natürlichem E410, natürlichem E500 sowie natürlichem Methoxysafrol, Piperin, Piperettin, Piperylin, Piperanin, Chavicin und Alkamiden, also so, wie die Natur vegane Eier schuf.

Im übrigen glaube ich fest daran, dass wir alle sterben, wenn die Grünen an der nächsten Bundesregierung nicht beteiligt sind. Ich kann das zwar noch nicht beweisen, aber egal.

Ebenfalls zum Thema: Fipronil – Bitte die Katze nicht mit „Gifteiern“ einreiben!




Schreibt seit den 1980er Jahren über Wissenschaft, vorwiegend Gen- und Biotechnologie. Davor forschte er als Molekularbiologe an der Universität Bremen. 2006 gehörte er zu den Gründern von akampion, das innovative Unternehmen bei ihrer Kommunikation berät. 2017 erschienen seine Wissenschaftsthriller "Oligo" und "Vironymous" bei Piper Fahrenheit. Ludger Weß kommentiert hier privat.


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