Nur noch Wüste wo einst Wuppertal war? Ein unwahrscheinliches Szenario. Rosa Cabecinhas and Alcino Cunha (CC BY-SA 2.0)

Wir sind noch einmal davongekommen

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Seit 50 Jahren wird vor der bevorstehenden Naturapokalypse gewarnt. Und seit 50 Jahren fällt sie regelmäßig aus.

Durch den heißen Sommer 2018 und die Schülerdemonstrationen hat das Klima-Thema wieder einmal Hochkonjunktur. Das Erstaunlichste dabei: Erwachsene, die ernsthaft behaupten, dass ihnen der Klimawandel nun erstmals bewusst wird. Man fragt sich, wo diese Menschen in den vergangenen Jahrzehnten gelebt haben. Ohne Fernseher, Zeitungen, Internet? Haben sie sich nie gefragt, warum plötzlich überall Windkraftanlagen stehen. Nie ein Wahlplakat der Grünen gesehen? Nie mitbekommen, was die Kinder in Schule so lernen? Michael Miersch hat Warnungen und Prognosen von 1971 bis 2019 zusammengetragen: eine Blütenlese. 

 „Luftverschmutzung könnte die globale Temperatur um mehr als drei Grad sinken lassen…ausreichend, um eine Eiszeit auszulösen.“
Stephen Schneider, Klimaforscher in der Zeitschrift SCIENCE, 1971 

„Meteorologen sind uneins über die Ursache und das Maß der Abkühlung. Aber sie sind fast einstimmig der Ansicht, dass dieser Trend die landwirtschaftliche Produktivität für den Rest des Jahrhunderts verringern wird.“
NEWSWEEK vom 28.4.1975 

„Kommt eine neue Eiszeit? Nicht gleich, aber der verregnete Sommer in Nordeuropa, so befürchten die Klimaforscher, war nur ein Teil eines weltweiten Wetterumschwungs – ein Vorgeschmack auf kühlere und nassere Zeiten.“
DER SPIEGEL, 12.8.1974 

„Bei der heute geschätzten Geschwindigkeit der Wüstenausdehnung würden sich die Wüstengebiete auf der Erde, die jetzt etwa 800 Millionen Hektar umfassen, bis zum Jahr 2000 um fast zwanzig Prozent vergrößern.“
GLOBAL 2000 – Der Bericht an den Präsidenten (Zweitausendeins Verlag, 1980)

“Die sieben Atmosphärenforscher sagen eine globale Erwärmung von ‚geradezu beispiellosem Ausmaß‘ für das nächste Jahrhundert voraus. Sie könnte sogar die Eisdecke der West-Antarktis schmelzen, sagen sie. Und so letztendlich zu einem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels um 4,6 bis 6 Meter führen… innerhalb eines Jahrhunderts oder auch schneller.“
NEW YORK TIMES, 22.8.1981

„Der Treibhauseffekt ist eine Tatsache und kündigt…wenn nichts dagegen geschieht, letztendlich den Untergang der Menschheit an.“
ASSOCIATED PRESS, 11.6.1986

„Das Weltklima gerät aus den Fugen… Wenn die Emission der ‚wärmeisolierenden Spurengase‘ nicht ‚ab sofort‘ drastisch verringert werde, so die Physiker, komme es ‚vermutlich schon in ein bis zwei Jahrzehnten‘ zu gravierenden Klimaveränderungen mit gefährlichen Folgen für die Erdbevölkerung… Die Hälfte der jetzt lebenden Menschheit würde die von den Wissenschaftlern vorhergesagte Klimakatastrophe noch erleben.“ 
DER SPIEGEL, 1.8.1986

„Nach Ansicht der Regierungsexperten, droht diese Nation aus 1196 kleinen Inseln im Indischen Ozean {die Malediven-MM} durch einen fortschreitenden Anstieg des Meeresspiegels innerhalb der nächsten 30 Jahre komplett unterzugehen.“
AGENCE FRANCE-PRESSE, 26.9.1988

Mehr Waldbrände?

„Ein leitender Umweltbeamter der UN sagt, bis zum Jahr 2000 würden durch den steigenden Meeresspiegel ganze Nationen von der Erde verschwinden, wenn der Trend zur globalen Erwärmung nicht umgekehrt wird.“ 
ASSOCIATED PRESS, 30.6.1989

“Schnee ist jetzt nur noch ein Phänomen der Vergangenheit… Kinder werden nicht mehr wissen was Schnee ist“.
THE INDEPENDENT, 22.3.2000

„’Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben‘, sagt der Wissenschaftler Mojib Latif“
DER SPIEGEL, 1.4.2000

„Naturkatastrophen werden mehr Menschen vertreiben als Kriege…Steigender Meeresspiegel, Ausdehnung der Wüsten und Trinkwassermangel werde zu 50 Millionen Flüchtlingen bis zum Ende des Jahrzehnts führen, warnen Experten.“  
THE GUARDIAN, 12.10.2005

“’Ich denke wir haben ein sehr kurzes Zeitfenster, um mit dem Klimawandel umzugehen…höchstens zehn Jahre,’ sagte {Klimaforscher James-MM} Hansen am Mittwoch auf der Klimaforscherkonferenz in Kaliforniens Hauptstadt.“
NBC, 14.9.2006

“Schockierender Weltlima-Bericht: Unser Planet stirbt! Jetzt amtlich: Erde immer heißer! Schlimmste Kohlendioxid-Konzentration seit 650 000 Jahren. Immer häufiger Hitze-Wellen und Katastrophen-Wetter. Meeresspiegel steigt dramatisch! Kiel, Hamburg und Rostock in Gefahr. Und an allem ist nur der Mensch schuld!“
BILD, 3.2.2007

 


Mehr Dürren?

„Insgesamt sechs Studien erwähnen, dass die CO2-Emissionen spätestens bis zum Jahr 2015 zurückgehen müssen, damit die globale Erwärmung nicht aus dem Ruder läuft.“
FOCUS, 22.2.2007

„Geheimer Klima-Bericht: Wir haben noch 13 Jahre um die Erde zu retten!“
BILD, 23.2.2007 

“Wissenschaftler sagen, es bleiben noch acht Jahre um die schlimmsten Auswirkungen zu vermeiden.“
THE GUARDIAN, 5.5.2007

„Das Eis der Arktis schmilzt offenbar viel rasanter als bisher angenommen: Ein Team internationaler Klimaforscher und Wissenschaftler der Nasa behaupten, dass der arktische Sommer bereits 2013 eisfrei sein wird.“
DIE WELT, 13.12.2007


Mehr Hurrikane?

„Jüngste Modellrechnungen zeigen, dass das nördliche Polarmeer in fünf bis sechs Jahren in den Sommern eisfrei sein wird.“
BBC, 12.12.2007

“Eine neue Studie von Forschern der US-Marine, die diese Woche herauskam, warnt, dass es {das komplette Schmelzen der Arktis-MM} in nur sieben Jahren passieren kann. Sieben Jahre von heute an.“
AL GORE auf der Kopenhagener Klimakonferenz 2009.

“Neue Computermodelle zeigen, durch die Globale Erwärmung werden der Südwesten der Vereinigten Staaten und die Bahamas in den kommenden Jahrzehnten von mehr sehr schweren Hurrikans gepeinigt.“
NATIONAL GEOGRAPHIC, 22.1.2010


Mehr Tropische Stürme und Hurrikans?

„Schon 2050 könnte die Menschheit am Ende sein, weil die Erde nicht mehr bewohnbar sein könnte. Das prognostizieren jetzt australische Forscher in einem Klimareport.“
BILD, 6.6.2019




Michael Miersch mag Menschen, aber auch Tiere, insbesondere die wilden. Weshalb er bei der Deutschen Wildtier Stiftung arbeitet. Drei Jahrzehnte lang schrieb er wilde Geschichten in so unterschiedlichen Biotopen wie Die Welt, taz, Focus, natur, Cicero und Hessischer Rundfunk. Außerdem drehte er Tierfilme und verfasste ziemlich viele Bücher.