Tagged Literatur

„Attention, es spricht Daniel, der Weise.“

Soeben ist Marko Martins Buch „Die Unschuldigen von Ipanema“ erschienen, Erzählungen aus der Welt des (gleichgeschlechtlichen) Eros zwischen Russland, Jerusalem, Tokyo, Marseille und Rio de Janeiro, wo die drei Titelhelden leben. Eingebettet in diese Prosatexte, die nicht von „Identitätspolitik“ erzählen, sondern von individuellem Wagemut und Renitenz gegenüber repressiven Kollektiven: Dialoge…

Adern der Wahrheit

Vor dreißig Jahren starb in Wien die Schriftstellerin und Kulturpublizistin Hilde Spiel. Eine gutbürgerliche Herzenslinke, die „die Weite der alten österreichischen Monarchie, die noch in uns war“ ohne schönfärberischen Goldrand beschrieb, sondern im Wissen um Niedergang und Verlust. Ihre Geschichten sind vergangen, aber ihr Stoff bleibt ewig aktuell.

Auf die Form kommt es an

Der Philosoph Robert Pfaller spürt in seinem neuen Buch dem viele Jahrhunderte alten Konflikt zwischen Form und Inhalt nach. »Die blitzenden Waffen« gerät dabei zu einem scharfsinnigen Plädoyer gegen die Missachtung der Form in Kultur und Gesellschaft.

Entschlackte Erfahrung

Der virtuelle Dienst Blinkist verspricht, hundertseitige Bücher in knappe Form zu bringen. Die daraus folgende Verflachung intellektueller Erfahrung fügt sich tadellos in die immer beliebtere Tendenz zur Selbstoptimierung ein.