Der Angriff Russlands auf die Ukraine stellt vieles auf den Kopf. Von der Friedensdividende wird man sich genauso verabschieden müssen wie von der liebgewonnen Idee des Friedenschaffens mit immer weniger Waffen. Das braucht Zeit, wenn aber als Antwort auf die Brutalität des Krieges das Selbstverteidigungsrecht in Frage gestellt wird, hört der Spaß auf. Teil 2 im Tagebuch von Gastautor Markus Welsch.
Die sogenannte Zeitenwende durch den Krieg in der Ukraine verändert nicht nur die deutsche Politik. Sie drängt mit dem grünen Wirtschaftsminister Habeck einen Politiker in den Vordergrund, der sich seine Rolle gewiss etwas anders vorgestellt haben dürfte.
In Deutschland ist man offenbar immer noch nicht gewillt, der Realität dieses Krieges ins Auge zu schauen. Unseren Autor – ein Dokumnetarfilmregisseur, der viel in der Ukraine unterwegs ist – verzweifelt daran. Sein Tagebuch erscheint in loser Folge an dieser Stelle.
Der russische Krieg in der Ukraine erreicht nun auch die Kernkraftwerke des Landes. Obwohl das nun von der russischen Armee kontrollierte KKW Saporischschja keinen kerntechnischen Schaden nahm, hat das Ereignis gezeigt, welche Grenzen die Sicherheitsauslegung von Kernkraftwerken unter den Bedingungen eines verbrecherischen Krieges hat – und dass die Bedrohung von Atomanlagen auch Teil der psychologischen Kriegführung ist. Umso wichtiger sind technische Kenntnisse zur Einordnung der Geschehnisse – und Erkenntnisse, um uns für die nächsten Fälle zu wappnen.
Was Osteuropa-Fachleute seit langem vorhergesagt haben, ist geschehen: die Pulverisierung der europäischen Friedensordnung durch den russischen Überfall auf die Ukraine, vorangetrieben von einem Diktator mit einem nationalistisch-völkischen Projekt. Für Deutschlands Energiepolitik hat das massive Folgen: Unser Land muss sich nun radikal von russischen fossilen Energieträgern trennen und den Atomausstieg revidieren. Doch über die technischen Voraussetzungen für eine Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke kursieren viele Falschbehauptungen. Es ist daher wichtig, die Fakten zu kennen.
Deutschland hat dem Kreml die Ukraine zum Fraß vorgeworfen. Immerhin: Die Scham darüber erspart uns die üblichen dummen Worthülsen. Doch bald ist wieder business as usual. Dabei sind auch wir in höchster Gefahr.
Die Krise im Verhältnis zu Russland ist auch eine Krise unserer Wahrnehmung. Dabei sind die neoimperialen Absichten des russischen Präsidenten gar nicht so schwer zu erkennen.
Ein Autorenblog für alle, die gern streiten und nicht an den Weltuntergang glauben. Die Salonkolumnisten schreiben über Politik und Kultur – klug, pointiert und in vielen Stimmen, die sich oft uneins sind. Verteidiger der offenen Gesellschaft, Gegner jeder Schwarzmalerei.
Der Abschied vom Steinkohlebergbau ist vollzogen, bald folgt die Kernenergie. Mit dieser angstgetriebenen Entscheidung berauben wir uns des einzigen Instruments für eine
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